
Monatswort
Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!
Philipper 4:6
Natürlich mache ich mir Sorgen. Die Kriege, die gesellschaftliche, ökologische, militärische Entwicklung in Deutschland und weltweit machen mir Sorgen. Eine Situation, die mich herausfordert oder überfordert und jenseits meiner Kontrolle ist, macht mir Angst und führt dazu, dass ich mich sorge. Was sonst? Warum möchte der Apostel Paulus, dass wir diese natürliche Reaktion verneinen oder unterdrücken? Sollten wir so tun, als ob wir in bestimmten Situationen uns keine Sorgen machen?
Nein, das ist nicht die Intention von Paulus. Seine Frage ist: Was mache ich mit meinen Sorgen? Mit den Gedanken, die rasen? Mit dem dumpfen Gefühl im Magen? Mit der lähmenden Wirkung? An dieser Stelle setzt Paulus mit seiner Ermutigung ein: Wir sollen nicht allein mit unseren Sorgen bleiben. Sonst werden die Gedanken noch pessimistischer, die Angst noch größer, die Gefühle noch schlechter. Der Apostel Paulus ermutigt uns, unsere Gefühle und Gedanken im Gebet vor Gott auszusprechen – diese Last im Gebet bei Jesus abzugeben. Im Gebet halte ich das, was mich besorgt, Jesus hin. Jesus ist der allmächtige Gott, dem nichts unmöglich ist. Er kann mir sowohl Frieden geben, als auch in die Situationen, die mich überfordern, eingreifen. Das Gebet ändert meine Perspektive – ich blicke weg von meiner Lähmung und Unfähigkeit hin zu dem, dem nichts unmöglich ist.
Die Ermutigung von Paulus hat noch eine Besonderheit: Er ermutigt uns nicht nur, unsere Sorgen Jesus hinzuhalten, sondern Gott auch zu danken. Aber wofür soll ich danken, wenn ich Sorgen habe? Sorgen haben die Macht alles einzuengen, mich zu einem Tunnelblick zu zwingen, sodass ich nichts anderes mehr sehe. Durch Danken erweitert sich mein Blick wieder – ich nehme nicht nur das wahr, was mich besorgt, sondern auch das, was mir Freude bereitet, was gut ist in meinem Leben und in meiner Umgebung. Wenn du dir allgemein wegen der Zukunft Sorgen machst oder du konkret in einer Situation bist, die dich besorgt, dann ermutige ich dich: Sprich dies vor Gott aus und nimm dankbar wahr das Gute, was in deinem Leben ist.
Pastor Johann Vollbracht