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Schreibheft

Monatswort

Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Prediger 4,6

Der König Salomo schildert im Buch des Predigers seine Beobachtungen zu wichtigen Themen des Lebens. So ein Thema ist Besitz oder Eigentum und wie der Mensch zu diesem kommt.

In Vers 4 und 5 schildert Salomo zwei Gegensätze. In Vers 4 beschreibt er das „Mühen“ und das „geschickte Tun“ des Menschen. In Vers 5 erwähnt er den „Tor“, der seine Hände ineinanderlegt und faul rumliegt. Beides ist für ihn „eitel“, d.h. sinnlos. Harte Arbeit und faules Rumsitzen sind gleich sinnlos für Salomo. Was nun?

Die Auflösung kommt in unserem Vers – es ist besser eine Hand voll zu haben, das aber mit Ruhe und Frieden, als beide Fäuste mit viel Mühe zu füllen.

Salomo geht es in seinen Beobachtungen darum, dass der Mensch nicht nur auf das schauen sollte, was er in den Händen hält, sprich auf seinem Konto hat, sondern auch auf das zu achten, was in seiner Seele ist, sprich Ruhe und Frieden.

Salomo geht es aber nicht nur um das Konzept von Work-Life Balance. Er appelliert nicht nur an die Vernunft des Menschen, dass er besser auf sich aufpassen soll. Es geht ihm vielmehr darum, dass der Mensch aktiv für seine Seele sorgen soll. So wie wir mit der Arbeit für unseren Unterhalt sorgen, sollen wir uns auch aktiv um unsere Seele kümmern. Was die Seele braucht, das kann uns wiederum nur Gott geben. Es hängt aber von uns ab, ob wir uns nach den Gaben Gottes sehnen und wir ihm Zeit und Raum geben, damit er uns füllen kann. So ermutigt er am Ende des Kapitels den Leser – ins Haus Gottes zu gehen, um seine Botschaft zu hören – „komm, dass du hörst“.

September ist der Monat des Neubeginns. Kinder gehen nach den Ferien zur Schule, für Studenten beginnt das neue Semester und auf viele Beschäftigte kommen nach dem Urlaub neue Projekte zu. Wenn wir uns in neue Projekte und Herausforderungen stürzen, sollen wir an unsere Seele denken: Salomo ermutigt uns, bei all unseren alltäglichen Herausforderungen uns selbst Grenzen zu setzen und unserer Seele Freiräume zu schaffen, in denen Jesus in unserem Herzen wirken kann und uns mit seinem Wort, seiner Ermutigung, mit seiner Weisung, mit seiner Führung erfüllen kann – dafür eignet sich sehr gut der Sonntag, der Tag des Herrn, die Bibelstunde oder die Hauskreise, die stille Zeit am Anfang des Tages oder am Abend.

Ich wünsche dir eine volle Hand gesegnet von Gott mit Ruhe.

 

Pastor Johann Vollbracht

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